Der Schiesssport

Schiesssport ist der sportliche Umgang mit Schusswaffen oder Bogenwaffen (Armbrust, Bogen). Sportliches Schiessen bedeutet Schiessen nach bestimmten Regeln, die Waffe wird dabei - entgegen ihrer ursprünglichen militärischen Bedeutung als Schusswaffe - als Sportgerät verwendet, ähnlich wie der Speer beim Speerwerfen oder der Degen beim Fechten.

In der Schweiz wird der offizielle Schiesssport streng abgegrenzt vom militärischen Schiessen und hat mit "wehrsportlicher Ertüchtigung" überhaupt nichts mehr gemein. (In anderen Ländern, z. B. in den USA, sieht das, historisch bedingt, anders aus.)

Entwicklung in der Schweiz

1824 wurde in der Schweiz der erste nationale Dachverband in Form des Schweizerischen Schützenvereins (SSV) gegründet. Allerdings gründeten zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts sowohl die Sport- wie auch die Pistolenschützen ihre eigenen nationalen Organisationen. Der Konflikt rührte daher, dass der SSV in seiner gesamten Organisation von der Basis zu weit entfernt war und sich somit einzelne Exponenten zu wenig vertreten fühlten.
Nach und nach entwickelte sich der SSV zu einem modernen Sportverband, weg von einem politischen Verein mit grossem Einfluss auf die Politik. Vor einigen Jahren konnten dann endlich wieder alle Gewehr- und Pistolenschützen in den SSV integriert werden, womit gleichzeitig Kantonale Schützenverbände und Bezirks- bzw. Regionalverbände ins Leben gerufen wurden als Stufenfolge in der Organisation.
Die meisten Schützenvereine in der Schweiz wurden im 19. Jahrhundert gegründet, sofern sie nicht vorher schon Bestand hatten. Einher ging dies mit dem Aufkommen des Waffenbaus in der Schweiz und dem allgemeinen Aufschwung im Maschinenbau. Die freizügige Gesetzgebung erlaubte zudem einer breiten Masse die Ausübung des Schützensports. Viele Vereine verliessen danach ihr vormaliges Credo der militärischen Schulung und bewegten sich mit grossen Schritten hin zu den heutigen Sportverbänden ohne militärischen Hintergrund.
Grundsätzlich unterscheidet sich aber der schweizerische Schiessbetrieb in einigen Punkten auch noch heute wesentlich vom Ausland. Gewisse Eigenheiten finden sich nirgends sonst auf der Welt (wie z.B. das Feldschiessen als grösstes Schützenfest der Welt). Doch dank der internationalen Organisation der ISSF (International Sport-Shooting Federation) mit Sitz in München, können international gültige Standards gesetzt werden, die nationale Traditionen übergreifend überwinden und somit einen fairen Wettbewerb für alle schaffen können, durch gleichbleibende Normen. Die ISSF führt Welttitelkämpfe sowie die Olympiawettbewerbe durch und überwacht, beziehungsweise organisiert, den Wettkampfbetrieb während des ganzen Jahres. Auch die Schweiz ist in verschiedenen ISSF-Kommissionen vertreten.